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Geschichte der Gemeinde Osterberg

Woher der Name? Osten? Oder Berg? Oder Ostia (Name einer römischen Göttin)? "Berg", das stimmt; "Osten" stimmt auch, wenn vom Westen her betrachtet; "Ostia", wenn auf die Römer zurückzuführen, die sich ja einige Jahrhunderte in Kellmünz a. d. Iller häuslich eingerichtet hatten. Sie könnten Pate bei der Namensgebung gewesen sein.

 

Wer trennt hier "Dichtung" und "Wahrheit"?

 

Ein Schriftstück - ohne Quellenangabe - vermerkt: "Siedlung im Osten des Illertales, etwa 500 n. Chr. G. angelegt, in der Gegend Gräberfunde, die darauf hinweisen; meist Arbeiter und Söldleute, die im Dienste der Gutsherrschaft standen." Die sogenannte "Keltenschanze", etwa 1500 Meter nordöstlich des Ortskerns, ist (vielleicht) Zeugin der Besiedlung um die Römerzeit.

 

Aus der Zeit Friedrichs II. von Hohenstaufen ragt erstmals das Geschichtsjahr 1225 heraus. Damals befand sich die "abgegangene" Kirche "S. B. Maria Virginis" in Osterberg im Besitz des Klosters Elchingen. Ansonsten in der Interarskarte Kaiser Friedrichs II. ein "weißer Fleck" zwischen Lech, Iller, Donau und Alpen, wie auch so viele Jahrhunderte zuvor.

 

Durch Kauf oder Tausch muss Osterberg ganz oder teilweise in den Besitz des Klosters Ochsenhausen gekommen sein, denn 1448 ist das Kloster mit einem Gut zu Osterberg bekundet. Von da an lichtet sich der Schleier ein wenig.

 

1455 erwirbt Gaudenz von Rechberg drei Bauernhöfe und eine Sölde in Weiler. Durch Teilung unter Brüdern erhielt 1507 Gaudenz von Rechberg Osterberg, Weiler und Wolfenstall.

 

1520 sagt eine Pfarrerliste von Osterberg: Johann Kugelin investiert. Um diese Zeit befand sich auch ein Pietà-Relief in der Pfarrkirche.

 

1535 begann Gaudenz von Rechberg, an Stelle des alten, baufälligen Gotteshauses eine neue Kirche "St. Maria" zu erbauen. Ob sich die Nachricht, Gaudenz von Rechberg auf Osterberg (=1540) habe das Schloss erbaut, auf dessen älteren Teil oder den ganzen heutigen Bau bezieht, ist noch ungeklärt.

 

1577 verkaufte Christoph Rechberg Dorf und Schloss Osterberg an seinen Sohn Bero. Er war kaiserlicher Rat und wurde 1602 Reichsfreiherr.

 

1606 ließ die Herrschaft Osterberg ein Urbar anfertigen (im späten Mittelalter das Grund-, Grundsteuer- und Hypothekenbuch).

 

Im 17. Jahrhundert lässt sich die Anwesenheit von Juden in Osterberg belegen. Bei ihnen handelt es sich allerdings nicht um ansässige Juden, sondern um Händler, Meist Viehankäufer und -verkäufer. Schon mindestens seit diesem Jahrhundert gab es in Osterberg eine Schule

 

Aus dem Jahr 1610 wird Unstimmigkeit wegen Trieb und Trapp zwischen Osterberg und Kellmünz, Weiler und Pleß im „Weiler Triebwald" vermeldet. Deshalb wurden zur Bewahrung der Unverletzlichkeit der Gebiete Grenzsäulen gesetzt.

 

Bis 1630 litt Ostschwaben im Dreißigjährigen Krieg lediglich unter Truppendurchzügen, Einquartierungen, Kriegslasten und der auch in Osterberg 1627 bis 1629 grassierenden Pest, die es nahezu menschenleer machte.

 

Der Schwedenkrieg 1632 bis 1635 und 1645 bis 1648 brachte unsägliches Leid. Die Bevölkerung in der Region wurde stark dezimiert. Mit der Ansiedlung von Menschen aus Tirol stieg die Bevölkerungszahl wieder an.

 

1664: "die unübersichtliche Situation in der Nachbarherrschaft nützt der Illereicher Graf Lymburg-Styrum ..."

 

Die auf ansteigendem Gelände 1674 erbaute und 1698 vergrößerte katholische Kapelle "St. Johannes Baptista" (Loretto-Kapelle) in Weiler erhebt sich auf dem Platz eines wohl mittelalterlichen Täuferkirchleins, zu dem offenbar auch gewallfahrtet wurde.

 

1677, nach Veit Ernsts I. Tod, begann eine Schuldenlast die Herrschaft schwer zu drücken.



1679 Ende der Herren von Rechberg zu Osterberg. Kauf der Herrschaft Osterberg durch Johann Michael von Röfingen auf Bühl.

 

1689 war beabsichtigt, die Salzstraße von Mindelheim durch Babenhausen über Osterberg, Kellmünz und Erolzheim nach Ochsenhausen zu führen. Um diese Zeit wurde von Pfarrer Harbacher das Pfarrhaus bzw. der Pfarrhof erbaut.

 

Auch 1693 noch Reibereien mit Graf Styrum, Illereichen.

 

1695 Umwandlung der Herrschaft Osterberg in eine Eideinkommiss.

 

1698 Umbau der Loretto-Kapelle in weiler vollendet.

 

1712 Aufstieg der Röfinger zu Reichsfreiherren von Osterberg.

 

1720 wurde die Pfarrkirche barockisiert. In diesem Jahr ereignete sich im Osterberger Wald ein Kapitalverbrechen besonderer Art.

 

1732 wird unter Johann Michael Adam von Osterberg die Sebastiansbruderschaft gegründet.

 

1735 musste die Hochgerichtssäule restauriert werden.

 

Die Gemeinde Osterberg nahm im Etatjahr 1749/50 insgesamt 270 Gulden, 22 Kreuzer und zwei Heller ein.

 

Bis zum Beginn der Französischen Revolution 1759 und noch einige Zeit danach sind nur wenig geschichtliche Daten greifbar.

 

1802 siedelten sich die ersten zwei jüdischen Familien in Osterberg an. Damit beginnt "Die Judengemeinde von Osterberg - Jüdisches Leben in Osterberg", die mit Siegmund Guggenheimer 1908/09 endet.

 

Eine Marmortafel an der Südseite der Kirche erinnert an die in den Napoleonischen Kriegen von 1805 bis 1815 Gefallenen und Vermissten.

 

1816 verkaufte Anselm Freiherr von Osterberg das Schlossgut mit bayerischem Patrimonialgericht an Christoph Friedrich Freiherr von Ponickau.

 

1816/17 katastrophales Misserntejahr.

 

1820: Einwohnerzahl 658.

 

Der Oberdonaukreis wurde 1837/38 in „Schwaben und Neuburg" umgetauft.

 

1848 Abtretung der Patrimonialgerichtsbarkeit von Osterberg an Bayern.

 

Wie die Geschichte erzählt, zogen im Revolutionsjahr 1848 die Bauern mit Mistgabeln und Dreschflegeln bewaffnet zum Schloss hinauf. Der damalige Schlossherr Julius Karl August ließ sie mit Schlossbier gut bewirten und versprach die Aufhebung des Zehnten. Erst spät abends sollen die Osterberger "Revolutionäre" heimgekehrt sein. Ihre Mistgabeln und Dreschflegel haben man tags darauf im Gebüsch des Schlossweges aufgefunden.

 

1855 verzeichnet der Ort Weiler einen relativ konstanten Anstieg seiner Einwohnerzahl:

 

1840 = 159 Personen, 1855 = 205 Personen.

 

1859 wurde ein neues Schulgebäude errichtet.

 

1860 sprach man von zwei Schulen: eine in Osterberg, eine in Weiler.

 

1868 fiel die Pfarrkirche einer entstellenden Restaurierung zum Opfer.

 

1900: Einwohnerzahl von Osterberg auf absolutem Tiefpunkt mit 561 Seelen.

 

"Chronik von Osterberg" verfasst von Altbürgermeister Xaver Böck, umfasst in etwa die Zeit von 1900 bis 1947.

 

"Ein Vierteljahrhundert Geschichte Osterberg 1972 bis 1996" wurde zur Verabschiedung von Bürgermeister Ferdinand Magel zusammengestellt.

 

Leider schon vergriffen: "Wie's früher war in Osterberg-Weiler bis an's Jahr 2003 n. Chr.", eine Chronik von Franz Henkel.

 

"Haus, Hof und Bewohner", Chronik von Ingeborg und Ferdinand Magel. Sie ist für 30 Euro bei Familie Magel erhältlich.

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